Hintergrundinformationen und therapeutische Strategien

Als Enuresis wird das Einnässen tags oder nachts bei Kinder ab fünf Jahren bezeichnet. Als Enkopresis das wiederholte Einkoten bei Kinder ab vier Jahre, ohne organische Ursache. Einnässen gehört mit zu den häufigsten Störungen des Kindesalters, eine Koppelung zwischen Einnässen und Einkoten ist häufig zu finden.

Ursachen für Enuresis und Enkopresis sind vielfältig. Kinder sollten in jedem Falle psychotherapeutisch oder kinderpsychiatrisch behandelt werden. Begleitend kann ein körperorientiertes Verfahren wie die Reittherapie als additive Therapie unterstützend sein und die Kinder profitieren über eine Verbesserte Körperlichkeit und Selbstvertrauen sehr von reittherapeutischen Maßnahmen.

In der Schulung werden theoretische Hintergründe dargestellt und reittherapeutische Strategien vorgestellt. Ein Fallbeispiel wird in der gesamten Befundung, Therapieplanung und Therapiedurchführung vorgestellt.

Inhalt
- Hintergrundinformationen zu Enuresis und Enkopresis
- Strategien und Übungen für Kinder mit Enuresis / Enkopresis
- Fallbeispiel

Zielgruppe
Ausgebildete Reittherapeuten und –pädagogen, die mit Kindern mit Enuresis / Enkopresis arbeiten möchten

Der spezifische Einsatz von Pferden zur Stabilisierung und Integration nach einem Trauma
Das Seminar informiert über verschiedene Arten von Traumatisierung und möglichen psychischen Störungsbildern nach Traumata. Der Fokus wird hierbei auf interpersoneller Gewalt und ihren Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen liegen.
Nach kurzer Vorstellung etablierter traumatherapeutischer Therapieverfahren, wird der Einsatz von Pferden in verschiedenen Phasen der Unterstützung traumatisierter Menschen dargestellt und die Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen Phasen traumazentrierter reittherapeutischer Interventionen beschrieben.

Das E-Learning Seminar enthält Texte, Audio- und Videodateien. Weiterhin wird es die Möglichkeit geben, sich mit anderen Teilnehmern und der Dozentin im Forum zum Thema auszutauschen und Fragen zu stellen.

Inhalt
• Einführung in Trauma und Traumatisierung
• die Posttraumatische Belastungsstörung als Haupt-Traumastörung
• Ansätze der Traumatherapie und der Einsatz von Pferden für traumatisierte Menschen
• exemplarische Falldarstellung
• Diskussionsmöglichkeit im Chat

Therapeutische Intervention zur Bewältigung von Angst in der Reittherapie

In dem reittherapeutischen Angebot „Nur Mut“ werden Klienten (im Fokus Kinder und Jugendliche, jedoch übertragbar auch auf die Arbeit mit Erwachsenen) an verschiedenen Situationen mit dem Pferd herangeführt und erarbeiten nach einigen Sitzungen eine Angstskala, die hier Mutskala genannt wird. In jeder Einheit stellen sich die Kinder einer individuellen Herausforderung, in welcher sie sich als mutig erleben können. So erlernen sie, Angstsituationen zu identifizieren, Ängste zu benennen und Strategien gegen Angst zu erarbeiten. Das alles mit einer hohen Motivation und vier Freude an dem Zusammensein mit dem Pferd.

• Hintergrundinformationen Angstund Konfrontation mit Ängsten
• Aufbau der Intervention „Nur Mut“
• Fallbeispiele

Das Medium Pferd in der Therapie bei autistischen Kindern

Horse Kids ist der Name des intensivtherapeutischen Programms für autistische Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, welches vom Forschungsinstitut GREAT erarbeitet und umgesetzt wurde. In einem Zeitraum von 2 Wochen erhalten Kinder mit der Diagnose oder Verdacht auf frühkindlichen Autismus täglich drei Stunden Therapie am, mit und auf dem Pferd angeboten. Ziel ist die Förderung von Entspannung bei den Kindern und damit eine Verminderung der Zwänge und Stereotypien sowie sprachliche Anbahnung. . Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Aufmerksamkeitsbindung des Kindes vom Boden aus, dem Reiten auf dem Pferd und Unterstützung von Lautierungen und verbalen Äußerungen. Das Intensivprogramm wurde in 2013 für Kinder mit Autismus in Konstanz durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Es wurde vollständig über Spenden finanziert.

In der Fortbildung werden die Teilnehmer dazu angeleitet, eine solche therapeutische Intensivtherapie durchzuführen. Sie erhalten Informationen zu den Abläufen und anhand der Fallbeispiele die Umsetzungsmöglichkeiten am Pferd erläutert. Hinzu kommen Hintergrundinformationen aus der wissenschaftlichen Begleitung sowie Ergebnisse aus Forschungsstudien mit autistischen Kindern in pferdegestützten Interventionen.

• Hintergrundinformationen Frühkindlicher Autismus
• Ablauf des Intensivprogramms „Horse Kids“
• Darstellung von Fallbeispielen
• Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung